Auf der Fahrt vom TÜV nach Hause ist mir übrigens schon ganz mulmig geworden. Die Freude über die gelungene TÜV-Abnahme wurde bei der Rückfahrt durch eine zunehmende Geräuschkulisse getrübt.
Nun ist ein Model T nicht gerade ein Leisetreter, aber dieses Geräusch hörte sich nicht gut an und es wurde immer lauter. Ich konnte es zunächst nicht orten, war mir aber schnell sicher, daß es nichts mit dem Motor zu tun hatte. Das war immer meine große Sorge.
Es war zwar ein drehzahlabhängiges Geklapper, aber Gott sei Dank lief der Motor einwandfrei. Ich kann es auch gar nicht genau beschreiben.
Nach dem Öffnen der Motorhaube kam ich recht schnell drauf, dass es die Lagerung des Lüfters sein musste. Unglaublich, daß das solche Geräusche verursacht. Naja, es ist eben alles Metall auf Metall. Nirgends ist ein dämpfender Gummi dazwischen wie bei heutigen Fahrzeugen.
Der Lüfter läuft auf einer Gleitlagerung. Auf einer Art Passschraube dreht sich der Lüfter mit zwei Bronzebuchsen. Die Lüfternabe dient dabei als kleines Öllager. Wenn man denn Öl einfüllt.
Ich muss zu meiner Schande gestehen, daß ich das mal irgendwo gelesen hatte, aber bei meinem Model T total übersehen habe. Offenbar aber auch mein Vorgänger. Mir ist bereits bei den Bastelarbeiten aufgefallen, dass der Lüfter reichlich Spiel auf der Welle hatte.
Bei der Demontage kamen mit dann schon die Brösel entgegen. Da war nichts mehr zu retten, die Lagerung war hinüber. Vermutlich hat meine Nachlässigkeit der ganzen Lagerung den Rest gegeben. Sehr ärgerlich, aber reparabel.
Auf den Bild kann man gut die Riefen in der Buchse erkennen:
Ein bisschen beruhigt hat mich dann die Tatsache, dass die Lagerwelle bereits so verschlissen und ausgenudelt war, daß das auf die Dauer mit einer Gleitlagerung sowieso schief gegangen wäre.
Bei der Demontage ist mir auch aufgefallen, dass eine der Lüfterschaufeln schon angebrochen war. Das hatte ich wohl übersehen:
Da werde ich um einen Austausch von Nabe und Lüfter nicht herum kommen. Der erste Posten für die nächste Ersatzteilbestellung.
Da ich nun nach erfolgter Zulassung endlich fahren wollte, habe ich das Lager mit Fett geschmiert und notdürftig mit Filzlappen "abgedichtet". Trotz Filz ist das eine ziemliche Sauerei im Motorraum. Das Fett wird gleichmässig im gesamten Motorraum verteilt.
In diesem Blog werde ich in loser Folge meine Erfahrungen und Erlebnisse mit meinem Ford Model T Touring, Baujahr 1923, veröffentlichen.
Samstag, 9. August 2014
Freitag, 8. August 2014
Was kostet denn der Spaß?
Nachdem das Model T nun endlich zugelassen zuhause steht, ist es auch mal an der Zeit über die Kosten zu reden. Nicht um damit zu prahlen (dafür eignet sich ein Model T sowieso nicht sonderlich gut), sondern um einen realistischen Blick auf die Kosten dieses Hobbys zu werfen.
Übrigens ist die Frage nach den Kosten eine der meist gestellten Fragen, wenn man mit dem Model T irgendwo auftaucht. Hier herrschen teilweise total irre Vorstellungen. Aber ganz ehrlich: Ich hätte es auch vollkommen falsch eingeschätzt, bevor ich mich mit dem Thema beschäftigt habe.
Kostenmässig hatte ich mir als "Obergrenze" 20.000 Euro vorgenommen für den Einstieg in die Model T Welt. Wobei diese Grenze natürlich recht flexibel sein muss. Es hilft ja nichts, wenn man aus Geldgründen kurz vor der Fertigstellung aufgeben muss.
In dem Zustand, wie mein Model T am Tag der Zulassung gewesen ist, habe ich die 20.000 Euro bereits überschritten gehabt. Nicht sonderlich viel, aber ich war bereits drüber. Ganz exakt kann ich es nicht beziffern, aber wenn ich die Posten grob zusammenrechne, dann komme ich so in die Größenordnung 21.000 Euro.
Die Rechnung sieht ungefähr folgendermassen aus:
Die laufenden Kosten (Steuer und Versicherung) bewegen sich in einem erträglichen Rahmen.
Durch das H-Kennzeichen wird ein Model T pauschal mit 191 Euro besteuert. Ohne H-Kennzeichen wäre das bei fast 3 Liter Hubraum ein wesentlich teureres Vergnügen.
Versicherungstechnisch werden spezielle Oldtimer-Versicherungen angeboten, die auf Grund diverser "Einschränkungen" auch recht preiswert sind. In meinem Fall zahle ich für Vollkasko mit 500 Euro Selbstbeteiligung 190 Euro pro Jahr.
Meine Versicherung ist preislich fix, d.h. immer gleich, es gibt also keine Prozente bei unfallfreier Fahrt.
Eine der Einschränkungen bei den Oldtimerversicherungen ist in der Regel das Mindestalter des Fahrers. In meinem Fall muss ein Fahrer mindestens 25 Jahre alt sein. Schade, dadurch darf meine Tochter die nächsten Jahre nicht Model T fahren.
Eines muss auch klar sein: Das waren die Einstiegskosten. Ich mach mir da auch gar nichts vor: Das war garantiert nicht alles. Ich habe bis zum TÜV nur die notwendigen Sachen gemacht, um mein Model T auf die Straße zu bekommen. Es sind noch einige Schwachstellen an dem Fahrzeug, um die ich mich noch nicht gekümmert habe. Da wird schon noch der ein oder andere Euro reinfliessen. Sicherlich.
Ganz zu schweigen von den Kosten, wenn mal etwas kaputt geht. Das ist bei einem Auto in diesem Alter gewiss nicht auszuschliessen. Besonders Schäden am Motor (Kurbelwelle, Hauptlager) gehen ins Geld.
Man sollte sich also keine Illusionen machen und das Ganze auf der letzten Rille kalkulieren. Sonst ist der Frust meiner Meinung nach vorprogrammiert.
Sicherlich sind 20.000 Euro für ein Hobby sehr viel Geld. Keine Diskussion. Verglichen allerdings mit anderen Vorkriegsfahrzeugen hält es sich bei einem Model T aber in Grenzen. Dazu noch in Grenzen, die man recht genau kalkulieren kann anhand der gut verfügbaren Ersatzteile. Ein Blick in die Kataloge der großen Händler und man kann sich leicht ausrechnen, wo man zum Schluss rauskommt.
Wer Zeit hat sich in Ruhe umzuschauen und nicht unbedingt auf ein bestimmtes Baujahr und eine bestimmte Ausführung fixiert ist, das kann unter Umständen auch bei der Anschaffung des Fahrzeuges günstiger wegkommen. Wie preiswert eine Model T dann wirklich war, zeigt sich aber erst, wenn man es in einen guten und zuverlässigen Zustand gebracht hat.
Übrigens ist die Frage nach den Kosten eine der meist gestellten Fragen, wenn man mit dem Model T irgendwo auftaucht. Hier herrschen teilweise total irre Vorstellungen. Aber ganz ehrlich: Ich hätte es auch vollkommen falsch eingeschätzt, bevor ich mich mit dem Thema beschäftigt habe.
Kostenmässig hatte ich mir als "Obergrenze" 20.000 Euro vorgenommen für den Einstieg in die Model T Welt. Wobei diese Grenze natürlich recht flexibel sein muss. Es hilft ja nichts, wenn man aus Geldgründen kurz vor der Fertigstellung aufgeben muss.
In dem Zustand, wie mein Model T am Tag der Zulassung gewesen ist, habe ich die 20.000 Euro bereits überschritten gehabt. Nicht sonderlich viel, aber ich war bereits drüber. Ganz exakt kann ich es nicht beziffern, aber wenn ich die Posten grob zusammenrechne, dann komme ich so in die Größenordnung 21.000 Euro.
Die Rechnung sieht ungefähr folgendermassen aus:
- Anschaffung Model T: 17.000 Euro
- Notwendige Ersatzteile: 2500 Euro
- Kleinkram, Sonstiges: 900 Euro
- Zulassung/Gutachten: 600 Euro
Die laufenden Kosten (Steuer und Versicherung) bewegen sich in einem erträglichen Rahmen.
Durch das H-Kennzeichen wird ein Model T pauschal mit 191 Euro besteuert. Ohne H-Kennzeichen wäre das bei fast 3 Liter Hubraum ein wesentlich teureres Vergnügen.
Versicherungstechnisch werden spezielle Oldtimer-Versicherungen angeboten, die auf Grund diverser "Einschränkungen" auch recht preiswert sind. In meinem Fall zahle ich für Vollkasko mit 500 Euro Selbstbeteiligung 190 Euro pro Jahr.
Meine Versicherung ist preislich fix, d.h. immer gleich, es gibt also keine Prozente bei unfallfreier Fahrt.
Eine der Einschränkungen bei den Oldtimerversicherungen ist in der Regel das Mindestalter des Fahrers. In meinem Fall muss ein Fahrer mindestens 25 Jahre alt sein. Schade, dadurch darf meine Tochter die nächsten Jahre nicht Model T fahren.
Eines muss auch klar sein: Das waren die Einstiegskosten. Ich mach mir da auch gar nichts vor: Das war garantiert nicht alles. Ich habe bis zum TÜV nur die notwendigen Sachen gemacht, um mein Model T auf die Straße zu bekommen. Es sind noch einige Schwachstellen an dem Fahrzeug, um die ich mich noch nicht gekümmert habe. Da wird schon noch der ein oder andere Euro reinfliessen. Sicherlich.
Ganz zu schweigen von den Kosten, wenn mal etwas kaputt geht. Das ist bei einem Auto in diesem Alter gewiss nicht auszuschliessen. Besonders Schäden am Motor (Kurbelwelle, Hauptlager) gehen ins Geld.
Man sollte sich also keine Illusionen machen und das Ganze auf der letzten Rille kalkulieren. Sonst ist der Frust meiner Meinung nach vorprogrammiert.
Sicherlich sind 20.000 Euro für ein Hobby sehr viel Geld. Keine Diskussion. Verglichen allerdings mit anderen Vorkriegsfahrzeugen hält es sich bei einem Model T aber in Grenzen. Dazu noch in Grenzen, die man recht genau kalkulieren kann anhand der gut verfügbaren Ersatzteile. Ein Blick in die Kataloge der großen Händler und man kann sich leicht ausrechnen, wo man zum Schluss rauskommt.
Wer Zeit hat sich in Ruhe umzuschauen und nicht unbedingt auf ein bestimmtes Baujahr und eine bestimmte Ausführung fixiert ist, das kann unter Umständen auch bei der Anschaffung des Fahrzeuges günstiger wegkommen. Wie preiswert eine Model T dann wirklich war, zeigt sich aber erst, wenn man es in einen guten und zuverlässigen Zustand gebracht hat.
Die Zulassung
Eigentlich hatte ich vor, noch am Tag der TÜV Abnahme nachmittags gleich zur Zulassungsstelle zu fahren. Ich habe dann aber lieber bei bestem Wetter mit der Familie den Geburtstag der Tochter gefeiert. Man muss den Bogen nicht gleich am Anfang überspannen, die letzten Wochen hat sich eh alles um das Model T gedreht.
Am nächsten Tag habe ich in aller Frühe bei meiner Versicherung angerufen wegen einer Versicherungsnummer (eVB). Diese ersetzt die frühere Doppelkarte. Die nette Dame am Telefon hat mir dann klar gemacht, daß ich da die eVB der Kurzzeitzulassung verwenden könne und keine neue Nummer bräuchte. Hat mich zwar gewundert, aber wenn die Versicherungsdame das sagt, dann wird das schon passen.
Ich bin also mit meinen TÜV Unterlagen zur Zulassungstelle im Landratsamt gefahren und habe mir eine Nummer gezogen. 187. Wie bitte? Auf dem Display prangte gerade mal eine Zahl zwischen 30 und 40. Ach du liebe Zeit, das wird knapp am Freitag. Die Zulassungsstelle macht um spätestens 12.00 Uhr dicht.
Also bin ich erst mal in den Keller zu den freundlichen Damen vom Schilderdienst und habe das kleine Blankokennzeichen zurückgebracht, das mir diese freundlicherweise als Muster für den TÜV geliehen hatten. Das war eine gute Idee. Dort hat man meine Nummer gegen die 115 getauscht, die jemand nicht benötigte und dort abgegeben hat. Ein Hoffnungsschimmer.
Nach zwei ziemlich langweiligen Stunden war ich endlich an der Reihe. "Es tut mir leid, aber die eVB Nummer der Kurzzeitzulassung kann nicht zur Zulassung verwendet werden. Da brauchen Sie eine neue eVB Nummer."
So ein Mist, da hatte mich die Versicherungs-Mieze wohl verschaukelt.
Nun ging der Stress los. Die Dame vom Landratsamt war noch so hilfsbereit und hat bei der Versicherung angerufen. Die Dame an der Hotline war aber nicht befugt eine eVB Nummer telefonisch durchzugeben. Die müsse ich schon persönlich abholen.
Das Büro der Versicherung liegt mitten in Regensburg und auch mit dem Auto am Freitag gut 15 Minuten entfernt. Und es war bereits 10.30 Uhr. Bevor ich zur Versicherung losgefahren bin, habe ich schlauerweise gleich eine neue Nummer in der Zulassungsstelle gezogen.
Wenn es blöd läuft dann richtig. Bei der Versicherung war der Teufel los. Urlaubszeit und jeder brauchte noch irgendetwas.
Bis ich dann an der Reihe war, waren die nächsten 15 Minuten vorbei.
Um 11.30 Uhr bin ich schliesslich wieder in der Zulassungsstelle aufgeschlagen und hatte Glück. Meine vorher gezogene Nummer war gleich dran. Die Frau hinterm Schalter hatte freundlicherweise schon alles vorbereitet und so konnte ich gleich wieder zum Schilderdienst in den Keller.
Oh nein, die Schildermaschine war in der letzten Stunde kaputt gegangen. Es war gerade ein Monteur dabei die Kiste wieder flott zu kriegen. Im Handbetrieb haben die Damen mir dann meine Schilder zusammengebastelt. Tausend Dank.
Danach ging alles ganz schnell und kurz nach 12.00 Uhr stand ich schließlich mit meinen Nummernschildern und den Papieren in der Hand vorm Landratsamt. Das war wesentlich stressiger als ich das erwartet hatte.
Und nun zum Kennzeichen selbst. Ich hatte das große Glück, daß die Nummer R-T 1923 frei war. Wie gemacht für mein 1923er Model T.
Und durch die Hilfe der Damen vom Schilderdienst habe ich auch vom TÜV ein superkleines Kennzeichen eingetragen bekommen, das hinten in das Ersatzrad passte. Perfekt.
Am nächsten Tag habe ich in aller Frühe bei meiner Versicherung angerufen wegen einer Versicherungsnummer (eVB). Diese ersetzt die frühere Doppelkarte. Die nette Dame am Telefon hat mir dann klar gemacht, daß ich da die eVB der Kurzzeitzulassung verwenden könne und keine neue Nummer bräuchte. Hat mich zwar gewundert, aber wenn die Versicherungsdame das sagt, dann wird das schon passen.
Ich bin also mit meinen TÜV Unterlagen zur Zulassungstelle im Landratsamt gefahren und habe mir eine Nummer gezogen. 187. Wie bitte? Auf dem Display prangte gerade mal eine Zahl zwischen 30 und 40. Ach du liebe Zeit, das wird knapp am Freitag. Die Zulassungsstelle macht um spätestens 12.00 Uhr dicht.
Also bin ich erst mal in den Keller zu den freundlichen Damen vom Schilderdienst und habe das kleine Blankokennzeichen zurückgebracht, das mir diese freundlicherweise als Muster für den TÜV geliehen hatten. Das war eine gute Idee. Dort hat man meine Nummer gegen die 115 getauscht, die jemand nicht benötigte und dort abgegeben hat. Ein Hoffnungsschimmer.
Nach zwei ziemlich langweiligen Stunden war ich endlich an der Reihe. "Es tut mir leid, aber die eVB Nummer der Kurzzeitzulassung kann nicht zur Zulassung verwendet werden. Da brauchen Sie eine neue eVB Nummer."
So ein Mist, da hatte mich die Versicherungs-Mieze wohl verschaukelt.
Nun ging der Stress los. Die Dame vom Landratsamt war noch so hilfsbereit und hat bei der Versicherung angerufen. Die Dame an der Hotline war aber nicht befugt eine eVB Nummer telefonisch durchzugeben. Die müsse ich schon persönlich abholen.
Das Büro der Versicherung liegt mitten in Regensburg und auch mit dem Auto am Freitag gut 15 Minuten entfernt. Und es war bereits 10.30 Uhr. Bevor ich zur Versicherung losgefahren bin, habe ich schlauerweise gleich eine neue Nummer in der Zulassungsstelle gezogen.
Wenn es blöd läuft dann richtig. Bei der Versicherung war der Teufel los. Urlaubszeit und jeder brauchte noch irgendetwas.
Bis ich dann an der Reihe war, waren die nächsten 15 Minuten vorbei.
Um 11.30 Uhr bin ich schliesslich wieder in der Zulassungsstelle aufgeschlagen und hatte Glück. Meine vorher gezogene Nummer war gleich dran. Die Frau hinterm Schalter hatte freundlicherweise schon alles vorbereitet und so konnte ich gleich wieder zum Schilderdienst in den Keller.
Oh nein, die Schildermaschine war in der letzten Stunde kaputt gegangen. Es war gerade ein Monteur dabei die Kiste wieder flott zu kriegen. Im Handbetrieb haben die Damen mir dann meine Schilder zusammengebastelt. Tausend Dank.
Danach ging alles ganz schnell und kurz nach 12.00 Uhr stand ich schließlich mit meinen Nummernschildern und den Papieren in der Hand vorm Landratsamt. Das war wesentlich stressiger als ich das erwartet hatte.
Und nun zum Kennzeichen selbst. Ich hatte das große Glück, daß die Nummer R-T 1923 frei war. Wie gemacht für mein 1923er Model T.
Und durch die Hilfe der Damen vom Schilderdienst habe ich auch vom TÜV ein superkleines Kennzeichen eingetragen bekommen, das hinten in das Ersatzrad passte. Perfekt.
Donnerstag, 7. August 2014
Der TÜV Termin
Am 7. August war dann der Tag der Tage. Ich hatte für 10.30 Uhr einen Termin beim TÜV in Regensburg vereinbart. Ich habe den Termin bewusst auf diese Zeit gelegt, weil dann zum einen der morgentliche Berufsverkehr schon durch war, und zum anderen ich ausreichend Zeit hatte um vorher noch schnell etwas zu richten, falls etwas schief gehen sollte.
Irgendwie war das schon sehr aufregend. Wobei ich dem Termin beim TÜV selbst eher gelassen entgegen gesehen habe. Ich hatte alles so umgebaut wie es die Herren vom TÜV in den diversen Vorabgesprächen gewünscht hatten.
Meine primäre Sorge war eher die Fahrt zur Prüfstelle in Regensburg. Insgesamt sind es gute 15 Kilometer bis zum TÜV. Die ersten Kilometer konnte ich noch auf kleinen Nebenstrassen fahren, zum Schluss blieb mir aber nichts anderes übrig, als auf der B15 zu fahren. Naja, wenigstens ab der Stadtgrenze Regensburg darf dort nur noch generell 70 km/h gefahren werden. Da würden mir die anderen Verkehrsteilnehmer wenigstens nicht ganz so schnell um die Ohren pfeifen.
Das Wetter war perfekt an diesem Donnerstag. Sommerliche Temperaturen und leichte Bewölkung am Morgen. Also bin ich um 09.30 Uhr losgefahren. Ich hatte folglich eine Stunde Zeit für die 15 Kilometer, das sollte locker zu schaffen sein.
Und das war es schließlich auch. Das Model T lief einwandfrei, die anderen Verkehrsteilnehmer haben gut aufgepasst und in der Stadt selber bin ich in keine blöde Situation gekommen. Alle haben schön Abstand gehalten und nicht gedrängelt. So stand ich schliesslich um kurz nach 10 Uhr zufrieden auf dem Hof der TÜV Prüfstelle. Der erste Teil war erfolgreich absolviert.
An dem Tag war auch absolut nichts los beim TÜV und so bin ich auch gleich drangekommen. Zuerst der ganze Papierkram. Ich habe alle Unterlagen abgegeben, die ich für die Prüfung vorlegen musste. Den amerikanischen Title als Eigentumsnachweis, der Kaufvertrag, das unverschämt teure Datenblatt vom TÜV Süd, etliche Model T Unterlagen und den Ersatzteilkatalog von Langs hatte ich dabei. Letzterer sollte auch noch wichtig werden.
Nachdem der ganze Formularkram endlich geklärt war, ging es dann endlich mit dem Fahrzeug in die Halle. Fahren wollte keine der TÜV Prüfer selber, das hat man lieber mir überlassen. War mir auch ganz Recht so.
Vor der Halle bin ich noch ca 10 Minuten vom Prüfer über das Fahrzeug ausgequetscht worden. So etwas haben die schliesslich nicht alle Tage und, es war ja nichts los, Zeit hatten die auch an diesem Tag.
"So, dann machen wir mal die Bremsprobe, fahren sie mal mit den Vorderädern auf die Rollen da vorne", meinte er routinemässig, nachdem wir uns noch 2 Minuten vorher drüber unterhalten hatten, daß das Model T niemals Vorderrad-Bremsen hatte.
Na gut. War schnell geklärt und dann ging es mit den Hinterreifen auf die Rollen.
Was soll ich sagen: Der Prüfer war beeindruckt von der Bremsleistung des Fahrzeuges und mir fiel ein Stein vom Herzen. Das war alles nur den Rocky Mountain Bremsen zu verdanken. Diese 1000 Euro haben sich also rentiert. Auch meine penible Einstellerei der Bremsen in den letzen drei Tagen war also nicht umsonst. Die Bremsen haben schön gleichmässig gezogen und locker bis zum Blockieren gebremst. Sowohl mit der Fußbremse, als auch mit der Handbremse. Suuuuuper.
Danach kam noch der übliche Kram. Reifengröße, Profil, Licht, usw. Bei den Reifen gab es nichts zu meckern, die waren ja auch neu. Bei den Rücklichtern ist natürlich sofort aufgefallen, daß das Bremslicht nicht rot, sondern mit den Blinkern gelb leuchtet. Es gab zwar einen Kommentar dazu, aber es ist grundsätzlich erlaubt und war somit kein Problem. Hatten wir auch vorher abgeklärt. Die Vorderlichter waren dem Prüfer zu hoch und zur nicht haarscharf gezeichneten Hell-Dunkel-Grenze gab es einen Kommentar. Gestört hat es aber nicht, es ist ja schliesslich ein historisches Fahrzeug. Sehr kulant, das hätte man auch anders sehen können.
Leichtes Gemecker gab es bei den auf den Achsen aufgeklebten Rückstrahlern. Die seien an sich zwar ok, aber der seitliche Abstrahlwinkel wäre natürlich viel zu gering. Da habe ich mir dann lieber auf die Zunge gebissen und besser nichts gesagt. Man kam dann auch schnell drüber hinweg.
Während der Prüfung sind dann noch zwei Gutachter des TÜV mit dazugekommen. Ich habe gleich ein Wertgutachten für die Versicherung mit erstellen lassen. Die beiden Gutachter waren sehr gut vorbereitet und hatten aus Zeitschriften Artikel über das Model T herauskopiert und diese offenbar auch vorher gelesen.
Im Laufe der Zeit waren so 5 TÜV-Mitarbeiter an meinem Model T beschäftigt. Eine gute Stunde haben sie am Model T herumgefingert und alles genau angeschaut. Ich wusste gar nicht, daß es da so viele interessante Dinge zu sehen gibt. Aber ich kann mich nicht beschweren, sie waren freundlich, interessiert und überhaupt nicht unverschämt oder fies.
Eine Frage hat die Prüfer allerdings lange beschäftigt und damit haben sie mich immer wieder gelöchert. Es war die Frage, ob dieses Fahrzeug denn original sei und kein Nachbau. Man hatte da in der letzten Zeit offenbar so einiges untergejubelt bekommen.
Ich habe bei vielen angesprochenen Punkten bereitwillig Auskunft erteilt und manchmal auch lieber meinen Mund gehalten und nichts gesagt. So zum Beispiel beim Leergewicht, wo die Herren 850 Kilogramm eingetragen haben. Da stand zwar so im Datenblatt drin, ist aber meines Erachtens deutlich zu viel. Deswegen wollte ich aber nicht herumstreiten. Auch solle ich bis zum nächsten TÜV Termin ein Typenschild mit Baujahr, Gesamtgewicht und den zulässigen Achslasten vorne rechts im Motorraum anbringen. Aber gerne doch.
Bei zwei anderen Punkten musste ich dann aber doch eine Diskussion anfangen. Zum einen hatten sie plötzlich Stress mit den neu eingebauten Rocky Mountain Bremsen. Sie glaubten nicht, daß es diese damals schon gegeben hat. Es ging ihnen da um die Begutachtung für das H-Kennzeichen, das ja bekanntlich nur an Fahrzeuge vergeben wird im originalen Zustand oder mit zeitgenössischen Umbauten. Ich konnte die Diskussion gar nicht nachvollziehen. Erst war man noch voll des Lobes über die Bremsleistung und dann diese unsinnige Diskussion. Unsinnig auch deshalb, weil ausgerechnet bei sicherheitsrelevanten Umbauten (Licht, Bremsen) Abweichungen vom originalen Zustand des Fahrzeuges erlaubt sind und auch geduldet werden. Steht so sogar auf den Webseiten des TÜV. Retter in der Not war hier der Langs Ersatzteilkatalog. Da standen ein paar Sätze zur Historie der RMB drin und ein paar Angaben für welches Modeljahr es die Rockies zum Nachrüsten gibt. Damit war diese Diskussion schnell beendet und die Bremsen wurden akzeptiert.
Schliesslich wollte man, so wie es im TÜV-Datenblatt steht, nur 4 Sitzplätze eintragen. Da habe ich dann interveniert. Das Model T ist ein Five-Passenger-Car, und so wollte ich das auch eingetragen haben. Das müsse er erst mit seinem Kollegen in Stuttgart oder Augsburg klären, von dem kam das Datenblatt. Gott sei Dank war dieser telefonisch nicht erreichbar. Hier hat der Nachdruck der Serviceanleitung die Situation gerettet. Da war hinten drauf eine Werbung für das Model T Touring als Five-Passenger-Car. Das hat dann überzeugt. Es wurden 5 Sitzplätze nun bereitwillig eingetragen, aber ich solle auf das zulässige Gesamtgewicht aufpassen und die Achslast. Jaja, schon gut, mach ich.
Und dann war die Show vorbei. Man hat das Fahrzeug vom Zustand her in die Kategorie 2 eingestuft und einen Wert von 23.900 Euro ins Gutachten eingetragen.
Was war ich erleichtert. Im ersten Anlauf durch den TÜV ohne Probleme. Besser konnte es nicht laufen.
Irgendwie war das schon sehr aufregend. Wobei ich dem Termin beim TÜV selbst eher gelassen entgegen gesehen habe. Ich hatte alles so umgebaut wie es die Herren vom TÜV in den diversen Vorabgesprächen gewünscht hatten.
Meine primäre Sorge war eher die Fahrt zur Prüfstelle in Regensburg. Insgesamt sind es gute 15 Kilometer bis zum TÜV. Die ersten Kilometer konnte ich noch auf kleinen Nebenstrassen fahren, zum Schluss blieb mir aber nichts anderes übrig, als auf der B15 zu fahren. Naja, wenigstens ab der Stadtgrenze Regensburg darf dort nur noch generell 70 km/h gefahren werden. Da würden mir die anderen Verkehrsteilnehmer wenigstens nicht ganz so schnell um die Ohren pfeifen.
Das Wetter war perfekt an diesem Donnerstag. Sommerliche Temperaturen und leichte Bewölkung am Morgen. Also bin ich um 09.30 Uhr losgefahren. Ich hatte folglich eine Stunde Zeit für die 15 Kilometer, das sollte locker zu schaffen sein.
Und das war es schließlich auch. Das Model T lief einwandfrei, die anderen Verkehrsteilnehmer haben gut aufgepasst und in der Stadt selber bin ich in keine blöde Situation gekommen. Alle haben schön Abstand gehalten und nicht gedrängelt. So stand ich schliesslich um kurz nach 10 Uhr zufrieden auf dem Hof der TÜV Prüfstelle. Der erste Teil war erfolgreich absolviert.
An dem Tag war auch absolut nichts los beim TÜV und so bin ich auch gleich drangekommen. Zuerst der ganze Papierkram. Ich habe alle Unterlagen abgegeben, die ich für die Prüfung vorlegen musste. Den amerikanischen Title als Eigentumsnachweis, der Kaufvertrag, das unverschämt teure Datenblatt vom TÜV Süd, etliche Model T Unterlagen und den Ersatzteilkatalog von Langs hatte ich dabei. Letzterer sollte auch noch wichtig werden.
Nachdem der ganze Formularkram endlich geklärt war, ging es dann endlich mit dem Fahrzeug in die Halle. Fahren wollte keine der TÜV Prüfer selber, das hat man lieber mir überlassen. War mir auch ganz Recht so.
Vor der Halle bin ich noch ca 10 Minuten vom Prüfer über das Fahrzeug ausgequetscht worden. So etwas haben die schliesslich nicht alle Tage und, es war ja nichts los, Zeit hatten die auch an diesem Tag.
"So, dann machen wir mal die Bremsprobe, fahren sie mal mit den Vorderädern auf die Rollen da vorne", meinte er routinemässig, nachdem wir uns noch 2 Minuten vorher drüber unterhalten hatten, daß das Model T niemals Vorderrad-Bremsen hatte.
Na gut. War schnell geklärt und dann ging es mit den Hinterreifen auf die Rollen.
Was soll ich sagen: Der Prüfer war beeindruckt von der Bremsleistung des Fahrzeuges und mir fiel ein Stein vom Herzen. Das war alles nur den Rocky Mountain Bremsen zu verdanken. Diese 1000 Euro haben sich also rentiert. Auch meine penible Einstellerei der Bremsen in den letzen drei Tagen war also nicht umsonst. Die Bremsen haben schön gleichmässig gezogen und locker bis zum Blockieren gebremst. Sowohl mit der Fußbremse, als auch mit der Handbremse. Suuuuuper.
Danach kam noch der übliche Kram. Reifengröße, Profil, Licht, usw. Bei den Reifen gab es nichts zu meckern, die waren ja auch neu. Bei den Rücklichtern ist natürlich sofort aufgefallen, daß das Bremslicht nicht rot, sondern mit den Blinkern gelb leuchtet. Es gab zwar einen Kommentar dazu, aber es ist grundsätzlich erlaubt und war somit kein Problem. Hatten wir auch vorher abgeklärt. Die Vorderlichter waren dem Prüfer zu hoch und zur nicht haarscharf gezeichneten Hell-Dunkel-Grenze gab es einen Kommentar. Gestört hat es aber nicht, es ist ja schliesslich ein historisches Fahrzeug. Sehr kulant, das hätte man auch anders sehen können.
Leichtes Gemecker gab es bei den auf den Achsen aufgeklebten Rückstrahlern. Die seien an sich zwar ok, aber der seitliche Abstrahlwinkel wäre natürlich viel zu gering. Da habe ich mir dann lieber auf die Zunge gebissen und besser nichts gesagt. Man kam dann auch schnell drüber hinweg.
Während der Prüfung sind dann noch zwei Gutachter des TÜV mit dazugekommen. Ich habe gleich ein Wertgutachten für die Versicherung mit erstellen lassen. Die beiden Gutachter waren sehr gut vorbereitet und hatten aus Zeitschriften Artikel über das Model T herauskopiert und diese offenbar auch vorher gelesen.
Im Laufe der Zeit waren so 5 TÜV-Mitarbeiter an meinem Model T beschäftigt. Eine gute Stunde haben sie am Model T herumgefingert und alles genau angeschaut. Ich wusste gar nicht, daß es da so viele interessante Dinge zu sehen gibt. Aber ich kann mich nicht beschweren, sie waren freundlich, interessiert und überhaupt nicht unverschämt oder fies.
Eine Frage hat die Prüfer allerdings lange beschäftigt und damit haben sie mich immer wieder gelöchert. Es war die Frage, ob dieses Fahrzeug denn original sei und kein Nachbau. Man hatte da in der letzten Zeit offenbar so einiges untergejubelt bekommen.
Ich habe bei vielen angesprochenen Punkten bereitwillig Auskunft erteilt und manchmal auch lieber meinen Mund gehalten und nichts gesagt. So zum Beispiel beim Leergewicht, wo die Herren 850 Kilogramm eingetragen haben. Da stand zwar so im Datenblatt drin, ist aber meines Erachtens deutlich zu viel. Deswegen wollte ich aber nicht herumstreiten. Auch solle ich bis zum nächsten TÜV Termin ein Typenschild mit Baujahr, Gesamtgewicht und den zulässigen Achslasten vorne rechts im Motorraum anbringen. Aber gerne doch.
Bei zwei anderen Punkten musste ich dann aber doch eine Diskussion anfangen. Zum einen hatten sie plötzlich Stress mit den neu eingebauten Rocky Mountain Bremsen. Sie glaubten nicht, daß es diese damals schon gegeben hat. Es ging ihnen da um die Begutachtung für das H-Kennzeichen, das ja bekanntlich nur an Fahrzeuge vergeben wird im originalen Zustand oder mit zeitgenössischen Umbauten. Ich konnte die Diskussion gar nicht nachvollziehen. Erst war man noch voll des Lobes über die Bremsleistung und dann diese unsinnige Diskussion. Unsinnig auch deshalb, weil ausgerechnet bei sicherheitsrelevanten Umbauten (Licht, Bremsen) Abweichungen vom originalen Zustand des Fahrzeuges erlaubt sind und auch geduldet werden. Steht so sogar auf den Webseiten des TÜV. Retter in der Not war hier der Langs Ersatzteilkatalog. Da standen ein paar Sätze zur Historie der RMB drin und ein paar Angaben für welches Modeljahr es die Rockies zum Nachrüsten gibt. Damit war diese Diskussion schnell beendet und die Bremsen wurden akzeptiert.
Schliesslich wollte man, so wie es im TÜV-Datenblatt steht, nur 4 Sitzplätze eintragen. Da habe ich dann interveniert. Das Model T ist ein Five-Passenger-Car, und so wollte ich das auch eingetragen haben. Das müsse er erst mit seinem Kollegen in Stuttgart oder Augsburg klären, von dem kam das Datenblatt. Gott sei Dank war dieser telefonisch nicht erreichbar. Hier hat der Nachdruck der Serviceanleitung die Situation gerettet. Da war hinten drauf eine Werbung für das Model T Touring als Five-Passenger-Car. Das hat dann überzeugt. Es wurden 5 Sitzplätze nun bereitwillig eingetragen, aber ich solle auf das zulässige Gesamtgewicht aufpassen und die Achslast. Jaja, schon gut, mach ich.
Und dann war die Show vorbei. Man hat das Fahrzeug vom Zustand her in die Kategorie 2 eingestuft und einen Wert von 23.900 Euro ins Gutachten eingetragen.
Was war ich erleichtert. Im ersten Anlauf durch den TÜV ohne Probleme. Besser konnte es nicht laufen.
Mittwoch, 6. August 2014
40km/h im ersten Gang? Das kann nicht sein.
Bei den Probefahrten vor dem TÜV-Termin ist mir noch ein technisches Problem aufgefallen, das unbedingt noch vor dem TÜV korrigiert werden musste.
Es geht um den von mir angebrachte Fahrradtacho, bzw. dessen angezeigter Geschwindigkeit. Bei den Probefahrten habe ich gemerkt, daß die angezeigte Geschwindigkeit im unteren Bereich viel zu hoch war. Erst so ab ca. 25 km/h hat die Anzeige zur real gefahrenen Geschwindigkeit gepasst.
Der Grund dafür war schnell gefunden.
Wie am Fahrrad auch, wird die Geschwindigkeit letztendlich über die Radumdrehungen pro Zeiteinheit ermittelt. Dazu habe ich am rechten Vorderrad den Magneten und den zugehörigen Sensor aufgeklebt. Diese Bastelaktion habe ich bereits am 19. Juli durchgeführt, aber, aus welchem Grund auch immer, nicht hier im Blog veröffentlicht.
Das nachfolgende Foto zeigt oben den Magneten, der bei einem Fahrrad normalweise auf eine Speiche aufgeklipst wird. Ich habe den Kunststoffmantel um den Magneten mit einem Cuttermesser bearbeitet um diesen besser auf die Radnabe kleben zu können.
Unten ist der Sensor (im Prinzip ein Reed-Schalter) mit dem nach links weggehenden Kabel zu sehen. Das Kabel geht zum Tacho.
Am Fahrrad ist dieser Sensor im Normalfall mit einem Gummi an der Gabel befestigt. Am Model T habe ich den Sensor einfach auf den festehenden Teil der Radnabe geklebt.
Wenn man nun ein Fahrrad bewegt, dann dreht sich der Magnet senkrecht stehend am Sensor vorbei, der ebenfalls senkrecht steht. Es wird ein Impuls pro "Vorbeifahrt" des Magneten gezählt.
Genau das war bei meiner Art und Weise der Anbringung am Model T das Problem. Ich hatte beide Teile flach auf die Nabe, bzw. die Achse geklebt. Der Magnet fuhr quasi wie auf dem Bild oben dargestellt von links nach rechts am Sensor vorbei. Das führte dazu, daß der Sensor bei langsamer Fahrt und somit langsamer Bewegung des Magneten, zwei Impulse pro Radumdrehung gezählt hat. Einmal, wenn sich das Magnetfeld in den Wirkungsbereich des Sensor hineinbegab, und einmal, wenn es wieder aus dem Wirkungsbereich des Sensors herausfuhr. Bezogen auf die Zeit, gab es also doppelt so viele Impulse wie bei dieser Geschwindigkeit üblich und es wurde die doppelte Geschwindigkeit angezeigt.
Bin ich schneller als 25 km/h gefahren, dann ist der Magnet so schnell am Sensor vorbeigefahren, dass dieser es als nur einen Impuls gezählt hat und damit war die angezeigte Geschwindigkeit wieder korrekt.
Das konnte ich so nicht lassen und ich habe auf die Schnelle aus einem Reststück Alublech eine passende Halterung gesägt. Naja, perfekt wurde die nicht, aber Hauptsache sie funktionierte. Diese Halterung sorgte dafür, dass der Sensor senkrecht, also radial, auf der Achse stand. Den flachen Magneten habe ich gleich noch durch einen Rundmagneten ersetzt.
Da, wo im Foto mein Daumen ist, wird der Sensor eingeklemmt. Die große Alufläche, die man auf dem Foto sehen kann, habe ich mit Tesa Power Tape auf den feststehenden Teil der Nabe geklebt.
So sieht das dann am Fahrzeug aus (das Bild ist leider unscharf, aber ich hoffe man es so halbwegs erkennen):
Mit der Hand halte ich da den Sensor mitsamt der Halterung hin. Oben auf dem beweglichen Teil der Radnabe sieht man den Rundmagneten, der zu dieser Zeit noch provisorisch mit einem Kabelbinder befestigt wurde.
Den Rundmagneten habe ich schliesslich mit Flüssifmetall auf die Nabe "geklebt".
Die Umbauarbeit hatte sich gelohnt. Der Tacho funktionierte jetzt bei allen Geschwindigkeiten einwandfrei. Zum Lackieren bin ich nicht mehr gekommen, dafür hat die Zeit nicht mehr gelangt.
Somit war auch die letzte Hürde auf dem Weg zum TÜV genommen. Zumindest fiel mir nichts mehr ein, was noch hätte gemacht werden müssen. Und ganz ehrlich: Nach drei Tagen rumbasteln am Model T bis in die Nacht, hatte ich auch keine Lust mehr. Die werden sich schon melden beim TÜV, wenn irgendetwas nicht passt.
Es geht um den von mir angebrachte Fahrradtacho, bzw. dessen angezeigter Geschwindigkeit. Bei den Probefahrten habe ich gemerkt, daß die angezeigte Geschwindigkeit im unteren Bereich viel zu hoch war. Erst so ab ca. 25 km/h hat die Anzeige zur real gefahrenen Geschwindigkeit gepasst.
Der Grund dafür war schnell gefunden.
Wie am Fahrrad auch, wird die Geschwindigkeit letztendlich über die Radumdrehungen pro Zeiteinheit ermittelt. Dazu habe ich am rechten Vorderrad den Magneten und den zugehörigen Sensor aufgeklebt. Diese Bastelaktion habe ich bereits am 19. Juli durchgeführt, aber, aus welchem Grund auch immer, nicht hier im Blog veröffentlicht.
Das nachfolgende Foto zeigt oben den Magneten, der bei einem Fahrrad normalweise auf eine Speiche aufgeklipst wird. Ich habe den Kunststoffmantel um den Magneten mit einem Cuttermesser bearbeitet um diesen besser auf die Radnabe kleben zu können.
Unten ist der Sensor (im Prinzip ein Reed-Schalter) mit dem nach links weggehenden Kabel zu sehen. Das Kabel geht zum Tacho.
Am Fahrrad ist dieser Sensor im Normalfall mit einem Gummi an der Gabel befestigt. Am Model T habe ich den Sensor einfach auf den festehenden Teil der Radnabe geklebt.
Wenn man nun ein Fahrrad bewegt, dann dreht sich der Magnet senkrecht stehend am Sensor vorbei, der ebenfalls senkrecht steht. Es wird ein Impuls pro "Vorbeifahrt" des Magneten gezählt.
Genau das war bei meiner Art und Weise der Anbringung am Model T das Problem. Ich hatte beide Teile flach auf die Nabe, bzw. die Achse geklebt. Der Magnet fuhr quasi wie auf dem Bild oben dargestellt von links nach rechts am Sensor vorbei. Das führte dazu, daß der Sensor bei langsamer Fahrt und somit langsamer Bewegung des Magneten, zwei Impulse pro Radumdrehung gezählt hat. Einmal, wenn sich das Magnetfeld in den Wirkungsbereich des Sensor hineinbegab, und einmal, wenn es wieder aus dem Wirkungsbereich des Sensors herausfuhr. Bezogen auf die Zeit, gab es also doppelt so viele Impulse wie bei dieser Geschwindigkeit üblich und es wurde die doppelte Geschwindigkeit angezeigt.
Bin ich schneller als 25 km/h gefahren, dann ist der Magnet so schnell am Sensor vorbeigefahren, dass dieser es als nur einen Impuls gezählt hat und damit war die angezeigte Geschwindigkeit wieder korrekt.
Das konnte ich so nicht lassen und ich habe auf die Schnelle aus einem Reststück Alublech eine passende Halterung gesägt. Naja, perfekt wurde die nicht, aber Hauptsache sie funktionierte. Diese Halterung sorgte dafür, dass der Sensor senkrecht, also radial, auf der Achse stand. Den flachen Magneten habe ich gleich noch durch einen Rundmagneten ersetzt.
Da, wo im Foto mein Daumen ist, wird der Sensor eingeklemmt. Die große Alufläche, die man auf dem Foto sehen kann, habe ich mit Tesa Power Tape auf den feststehenden Teil der Nabe geklebt.
So sieht das dann am Fahrzeug aus (das Bild ist leider unscharf, aber ich hoffe man es so halbwegs erkennen):
Mit der Hand halte ich da den Sensor mitsamt der Halterung hin. Oben auf dem beweglichen Teil der Radnabe sieht man den Rundmagneten, der zu dieser Zeit noch provisorisch mit einem Kabelbinder befestigt wurde.
Den Rundmagneten habe ich schliesslich mit Flüssifmetall auf die Nabe "geklebt".
Die Umbauarbeit hatte sich gelohnt. Der Tacho funktionierte jetzt bei allen Geschwindigkeiten einwandfrei. Zum Lackieren bin ich nicht mehr gekommen, dafür hat die Zeit nicht mehr gelangt.
Somit war auch die letzte Hürde auf dem Weg zum TÜV genommen. Zumindest fiel mir nichts mehr ein, was noch hätte gemacht werden müssen. Und ganz ehrlich: Nach drei Tagen rumbasteln am Model T bis in die Nacht, hatte ich auch keine Lust mehr. Die werden sich schon melden beim TÜV, wenn irgendetwas nicht passt.
Automobil 0.9 trifft auf Auto 2.0
Am Abend vor dem TÜV Termin habe ich auf einer meiner zahlreichen Testrunden meinen Freud Oliver besucht. Der hatte damals beim ersten Zusammenbau der Hinterachse mitgeholfen. Ihm ist auch das Spiel in der Hinterachse aufgefallen.Siehe Spiel in der Hinterachse
Als ich bei Oliver in die Straße einbiege, traue ich meinen Augen nicht. Da steht doch tatsächlich ein Tesla S. Das derzeit wohl technisch ausgefeilteste Elektroauto der Welt.
Das ist ein Fahrzeugtreffen der ganz besonderen Art. Das Model T als Wegbereiter der Massenmotorisierung steht neben einem der faszinierendsten und modernsten Elektroautos. Vielleicht dem Vorreiter der Elektromobilisierung, wer weiss. Ein toller Vergleich:
Von außen sieht man dem Tesla S gar nicht an, daß dieses Auto mit den normalen Benzinkutschen fast nichts mehr gemein hat. Innen erkennt man schon eher, daß diese Auto irgendwie anders ist. Anstelle von Schaltern gibt es ein riesiges Touchpad im Armaturenbrett. Damit werden alle möglichen Funktionen des Autos gesteuert und es werden natürlich auch die Karten des Navis dargestellt. Wer genau hinsieht, erkennt unter der Karte die Anzeige für die Klimasteuerung des Tesla S.
Auch die Anzeigen vor dem Fahrer haben kaum mehr etwas mit dem zu tun, was normalerweise in einem Auto zu finden ist:
Tacho oder Drehzahlmesser im herkömmlichen Sinne gibt es nicht mehr, stattdessen ist hier ein Bildschirm verbaut. Links sieht man in der momentanen Anzeige die Navigation eingeblendet, in der Mitte unter dem Fahrzeug kann man die Restreichweite sehen und die Grafik rechts zeigt den Energieverbrauch der letzten 10 Kilometer an. Interessant sind die grünen Spitzen am unteren Ende der Grafik. Da wurde beim Abbremsen des Telsa Energie in die Batterien zurückgespeist.
Ich muss schon zugeben, daß mich dieses Auto technisch total fasziniert. Ich hätte auch sofort gegen mein Model T getauscht, das wollte der Fahrer des Tesla verständlicherweise nicht. Für einen solchen Tesla S würde man ja auch ungefähr 4-5 Model Ts wie meinen bekommen.
Schade auch, ich hätte gerne getauscht. Vielleicht klappt es ja wann anders mal. Man muss schliesslich auch für die Zukunft noch Träume haben.
Als ich bei Oliver in die Straße einbiege, traue ich meinen Augen nicht. Da steht doch tatsächlich ein Tesla S. Das derzeit wohl technisch ausgefeilteste Elektroauto der Welt.
Das ist ein Fahrzeugtreffen der ganz besonderen Art. Das Model T als Wegbereiter der Massenmotorisierung steht neben einem der faszinierendsten und modernsten Elektroautos. Vielleicht dem Vorreiter der Elektromobilisierung, wer weiss. Ein toller Vergleich:
Von außen sieht man dem Tesla S gar nicht an, daß dieses Auto mit den normalen Benzinkutschen fast nichts mehr gemein hat. Innen erkennt man schon eher, daß diese Auto irgendwie anders ist. Anstelle von Schaltern gibt es ein riesiges Touchpad im Armaturenbrett. Damit werden alle möglichen Funktionen des Autos gesteuert und es werden natürlich auch die Karten des Navis dargestellt. Wer genau hinsieht, erkennt unter der Karte die Anzeige für die Klimasteuerung des Tesla S.
Auch die Anzeigen vor dem Fahrer haben kaum mehr etwas mit dem zu tun, was normalerweise in einem Auto zu finden ist:
Tacho oder Drehzahlmesser im herkömmlichen Sinne gibt es nicht mehr, stattdessen ist hier ein Bildschirm verbaut. Links sieht man in der momentanen Anzeige die Navigation eingeblendet, in der Mitte unter dem Fahrzeug kann man die Restreichweite sehen und die Grafik rechts zeigt den Energieverbrauch der letzten 10 Kilometer an. Interessant sind die grünen Spitzen am unteren Ende der Grafik. Da wurde beim Abbremsen des Telsa Energie in die Batterien zurückgespeist.
Ich muss schon zugeben, daß mich dieses Auto technisch total fasziniert. Ich hätte auch sofort gegen mein Model T getauscht, das wollte der Fahrer des Tesla verständlicherweise nicht. Für einen solchen Tesla S würde man ja auch ungefähr 4-5 Model Ts wie meinen bekommen.
Schade auch, ich hätte gerne getauscht. Vielleicht klappt es ja wann anders mal. Man muss schliesslich auch für die Zukunft noch Träume haben.
Dienstag, 5. August 2014
Einstellen der Scheinwerfer
Auch wenn es mir innerlich widerstrebt, aber die Scheinwerfer können wohl nur durch Verbiegen der fingerdicken Metallstange, die das Lampengehäuse trägt, justiert werden. Ich weiss nicht so recht, ob ich mich das trauen soll. Hoffentlich bricht da nichts ab, dann wäre der TÜV Termin gelaufen. Egal, so wie es jetzt ist, wird das aber auch nichts mit dem TÜV. Da blendet man den Gegenverkehr.
Lt. der Ford Service Anleitung hat es zum Einstellen der Scheinwerfer natürlich früher ein Spezialwerkzeug gegeben. Ich habe nicht mal annähernd so etwas ähnliches zu Hause.
Also bin ich erst einmal zur Autowerkstatt im Ort gefahren und habe gefragt, ob die eine Idee haben, wie man das machen kann. Haben die natürlich. "Da nimmst mal dahinten die große Rohrzange von der Wand und ich bring Dir noch ein Stück Auspuffrohr als Verlängerung. Den Rest musste dann aber selbst hinkriegen". Au weia.
Mulmig ist mir dabei schon. So brutal habe ich an das Auto bisher nicht hingelangt. Ich hoffe nur, daß ich nicht mit der Zange abrutsche und mir eine Macke in den Kotflügel oder die Motorhaube mache.
Am Ende war es aber einfacher als ich befürchtet hatte und es ist auch (fast) nichts kaputt gegangen. Mit der Hebelwirkung des knapp einen Meter langen Auspuffrohrs, welches ich über die Zange gestecke habe, hat man die Lampenhalterungen Stück für Stück ein klein wenig verbiegen können. Genial.
Abgerutscht ist die Zange nicht, aber die Zange war verzahnt an den Auflageflächen. Ungeschickterweise habe ich nichts untergelegt und habe mir damit unter den Scheinwerfern die Halterungen rillenförmig eingedrückt und der Lack ist natürlich auch ab. Nicht schlimm, bei nächster Gelegenheit baue ich die Scheinwerferhalter einfach mal aus, feile die Macken raus und lackier alles wieder ordentlich.
Geprüft habe ich die Scheinwerfer mit dem üblichen Gerät zum Kontrollieren der Scheinwerfereinstellung. Ging eigentlich auch ganz gut. Für mein Gefühl waren sie zwar immer noch etwas zu hoch, die Jungs aus der Werkstatt haben aber gemeint ich solle es mal so lassen, das passt schon.
Der Test auf dem Lidl-Parkplatz zeigt dann auch, daß das Licht jetzt weiter unten auf die Wand trifft.
Beim Fahren habe ich aber immer noch das Gefühl, daß ich in den Gegenverkehr leuchte. Egal, erst mal abwarten was die Herren vom TÜV dazu sagen.
Lt. der Ford Service Anleitung hat es zum Einstellen der Scheinwerfer natürlich früher ein Spezialwerkzeug gegeben. Ich habe nicht mal annähernd so etwas ähnliches zu Hause.
Also bin ich erst einmal zur Autowerkstatt im Ort gefahren und habe gefragt, ob die eine Idee haben, wie man das machen kann. Haben die natürlich. "Da nimmst mal dahinten die große Rohrzange von der Wand und ich bring Dir noch ein Stück Auspuffrohr als Verlängerung. Den Rest musste dann aber selbst hinkriegen". Au weia.
Mulmig ist mir dabei schon. So brutal habe ich an das Auto bisher nicht hingelangt. Ich hoffe nur, daß ich nicht mit der Zange abrutsche und mir eine Macke in den Kotflügel oder die Motorhaube mache.
Am Ende war es aber einfacher als ich befürchtet hatte und es ist auch (fast) nichts kaputt gegangen. Mit der Hebelwirkung des knapp einen Meter langen Auspuffrohrs, welches ich über die Zange gestecke habe, hat man die Lampenhalterungen Stück für Stück ein klein wenig verbiegen können. Genial.
Abgerutscht ist die Zange nicht, aber die Zange war verzahnt an den Auflageflächen. Ungeschickterweise habe ich nichts untergelegt und habe mir damit unter den Scheinwerfern die Halterungen rillenförmig eingedrückt und der Lack ist natürlich auch ab. Nicht schlimm, bei nächster Gelegenheit baue ich die Scheinwerferhalter einfach mal aus, feile die Macken raus und lackier alles wieder ordentlich.
Geprüft habe ich die Scheinwerfer mit dem üblichen Gerät zum Kontrollieren der Scheinwerfereinstellung. Ging eigentlich auch ganz gut. Für mein Gefühl waren sie zwar immer noch etwas zu hoch, die Jungs aus der Werkstatt haben aber gemeint ich solle es mal so lassen, das passt schon.
Der Test auf dem Lidl-Parkplatz zeigt dann auch, daß das Licht jetzt weiter unten auf die Wand trifft.
Beim Fahren habe ich aber immer noch das Gefühl, daß ich in den Gegenverkehr leuchte. Egal, erst mal abwarten was die Herren vom TÜV dazu sagen.
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