Sonntag, 15. März 2015

Fahrt an die Donau

Auch am folgenden Wochenende war das Wetter wunderbar und ich bin eine 50 Kilometer Runde an  der Donau entlang nach Regensburg und wieder zurück gefahren.




Vom Tempo her bin ich meist so um die 50 kmh herum gefahren. Das ist ein sehr schönes und gemütliches Tempo für ein Model T. Da kommt weder für das Model T noch für den Fahrer übermässiger Stress auf.


Wie man auf dem Foto unten sehen kann, war mein Model T nicht der einzige Oldtimer, der unterwegs war. Ein schöner Karmann Ghia kam mir kurz vor Graßlfing entgegen. So eine Begegnung mit anderen Oldtimern kommt erstaunlich selten vor, obwohl es reichlich Oldtimer in Deutschland gibt. Schade eigentlich.



Samstag, 7. März 2015

Erste Ausfahrt 2015

Trotz aller Vorsätze habe ich über den Winter nichts an meinem Model T gemacht. Es ist einfach zu kalt in der Garage und es muss auch mal Pause sein nach den ganzen Anstrengungen des Jahres 2014.
Lediglich die Batterie hing hin und wieder mal am Ladegerät.

Nach einem recht kurzen Winter schien am 7. März 2015 die Sonne und es war auch ausreichend warm um eine erste Spritztour mit dem Model T zu wagen.

War alles in allem nicht spektakulär. Das Auto ist ohne zu mucken angesprungen und die übliche 5 Kilometer lange Standardtestrunde rund ums Dorf verlief ohne Probleme.
Ein guter Start in die neue Saison und ein schönes Gefühl wieder im Model T zu sitzen.



Mittwoch, 31. Dezember 2014

Fazit nach meiner ersten Model T Saison

Meine erste Model T Saison ist nun vorüber. Wenn ich mir die 137 Posts in diesem Blog anschaue, dann war ganz schön viel los.

Die Bilanz fällt überaus positiv aus. Es hat im Großen und Ganzen alles geklappt, was ich mir für 2014 vorgenommen hatte.
  • Ich habe das Model T so weit hergerichtet, daß es auf Anhieb mit der Zulassung hingehauen hat.
  • Die Elektrik und die Zündung sind komplett neu gemacht, Driveshaft, Hinterachse und teilweise Vorderachse sind erfolgreich überholt.
  • In kürzerer Zeit als vermutet habe ich gelernt wie man ein Model T fährt und bedient
  • Die Teilnahme am Haupttreffen war zwar zeitlich leider nicht realisierbar, dafür bin ich aber ohne Probleme auf eigener Achse zum Herbsttreffen am Chiemsee gekommen und wieder zurück. 
  • Ich habe ca 1800 Kilometer zurückgelegt und bin jedes Mal wieder auf eigener Achse nach Hause gekommen
  • Man kann unheimlich vieles am Model T alleine machen und herrichten, auch wenn es natürlich zu zweit lustiger ist
  • Die Ersatzteilbestellung in den USA ist in der Regel problemlos und schnell
  • Die Resonanz der Leute die dir in deinem Model T begegnen ist sehr positiv. Es hupt und drängelt keiner, auch wenn er mit 35 kmh hinter dir einen Berg hochkrabbeln muss
     
Es gibt aber auch ein paar Dinge, die ich so nicht erwartet hätte:
  • Die Zulassung eines solchen Fahrzeuges ist unheimlich von der TÜV Stelle abhängig. Jeder legt auf andere Sachen Wert. Ich dachte immer es gibt hierfür einheitliche Regeln. Diese gibt es definitiv nicht.
  • Die Kosten für die Zulassung inklusive Wertgutachten waren wesentlich höher als erwartet. Wer die Chance hat für 500 Euro Aufpreis sein Model T mit TÜV zu bekommen, der sollte nicht zögern. Billiger wird es auch nicht, wenn man es selber macht.
  • Daß ich viel Zeit und Energie in dieses Hobby stecken würde hatte ich erwartet. Aber ich muß auch ehrlich zugeben, daß der zeitliche Aufwand höher war als gedacht. Gott sei Dank spielte da die Familie mit, es ist so einiges in diesem Jahr in Haus und Garten auf der Strecke geblieben.
  • Ich habe das Gefühl, daß ich noch nicht am Ende der Reparaturmaßnahmen angelangt bin. Auch wenn mein Auto eine sehr gute Substanz aufweist, so ist doch fast hinter jeder Schraube eine Überraschung versteckt. Man hat neben einem über 90 Jahre alten Auto eben auch über 90 Jahre teilweise stümperhafte Reparaturversuche vor sich, die es auszumerzen gilt. 
Alles in Allem bin ich aber sehr zufrieden mit meinem Model T und kann es jedem nur empfehlen, der sich für Oldtimer interessiert. Durch die ausgezeichnete Ersatzteilversorgung ist ein Model T eigentlich ein ideales "Einsteiger-Fahrzeug" in die Vorkriegsklasse und dabei auch preislich gut kalkulierbar. Es gibt unglaublich viel, meist englische Dokumentation über dieses Auto und man traut sich mit der Zeit an Reparaturen heran, die man in seinem ganzen Leben noch nicht gemacht hat. Der Spaß und die Faszination, die von einem Model T ausgehen sind schwer zu beschreiben. Das muß man selbst erleben.

Somit hatten Carl, Rob und Tim in Amerika vollkommen Recht, als sie uns sagten, daß Model Ts "cheap", "reliable", "easy to maintain" und  "a lot of fun" seien.




Sonntag, 16. November 2014

Die letzte Ausfahrt 2014 führt zum Räucherhansl

Im Alpenchapter-Kalender gab es noch eine letzte "offizielle" Veranstaltung Mitte November. Es war das Jahresabschlusstreffen in der Nähe von Dingolfing beim Gasthaus "Räucherhansl".
Ich hatte mir vorgenommen wenn das Wetter noch einigermassen mitspielt, daß ich die gut 50 Kilometer mit dem Model T kommen würde.

Das Wetter war zumindest trocken vorhergesagt, also bin ich mit Uwe losgeschraddelt. Technisch lief die Fahrt problemlos, allerdings war es in der Kiste wegen fehlender Heizung schon empfindlich kühl.
10 Grad, bedeckter Himmel und ein ordentlich Westwind sorgten trotz hinten angebrachter SideCurtains für ein zugiges und kaltes Vergnügen. Model T Fahren ist doch eher ein Sommervergnügen.


Auf dieser Fahrt habe ich aus Sicherheitsgründen zum ersten Mal eine Warnweste über das Ersatzrad gestülpt. Irgendwie war ich mir nicht sicher, ob jeder von hinten das langsam fahrende Model T rechtzeitig erkennen würde. Uwe fand dieses "Sicherheitsfeature" zwar optisch fürchterlich, mir war das aber egal.


Dieses Jahresabschlußtreffen diente in erster Linie dazu, daß sich die Vorstandschaft getroffen hat um die Termine fürs kommende Jahr festzulegen. Wer in der Nähe war konnte gerne vorbeischauen und es wurde natürlich viel über Model Ts geredet. Wegen der geringen Beteiligung sollte das aber das letzte Treffen dieser Art werden.

Höhepunkt war zweifelsohne der Besuch in Olaf's Kuhstall, wo ca. 10 Model Ts auf Käufer warteten. Uwe hat da gleich etwas entdeckt, was ihm gefallen könnte.


Einen 27er Roadster mit schicken WireWheels. Zum Kauf konnte er sich allerdings noch nicht durchringen. Er musste erst eine Unterstellmöglichkeit finden.

Sonntag, 2. November 2014

Schnell mal nen neuen Timer eingebaut. Hahaha

Bei der Rückfahrt vom Chiemsee war mir auch aufgefallen, daß der Motor bisweilen etwas rauher lief als sonst. Nicht wirklich schlecht, aber rauh.
Daraufhin habe ich mir den Timer, also den Zündverteiler, mal etwas genauer angesehen. Naja, der hatte auf den vergangenen 1500 Kilometern schon ziemlich gelitten.


Bei mir war ein Nachbau eines damals original verbauten Roller-Timers verbaut. Bei einem solchen Roller-Timer läuft eine Metallrolle durch den Druck einer Feder auf einer Kreisbahn abwechselnd über die Kontakte zu den Zünspulen und dazwischen über eine Isolationsschicht.

Wie man am obigen Foto sehen kann, sind in der Isolationsschicht bereits Eingrabungen zu sehen. Damit besteht die Gefahr, daß die Roller quasi das Springen anfängt und zu spät die nächste Kontaktschiene berührt. Das führt zu einem verzögerten Zündfunken und somit zu einem rauhen Motorlauf.

Kein Problem, dachte ich mir, dann tauschste den Rollentimer einfach durch den Anderson-Timer aus, den ich mir sicherheitshalber schon mal aus den USA mitbestellt hatte. Der Anderson oder auch ANCO Timer hat auf der Nockenwelle einen sog. Flapper, also ein federbelastetes Kontaktblech. Die Kontakte zu den Zündspulen sind vier gebogene Blechstreifen und als Isolation dazwischen wird schlicht und ergreifend Luft verwendet.

Der Nachteil des ANCO Timers ist, daß die Kontaktzungen nicht miteinander in Verbindung stehen. Dadurch kann es sein, daß die Zündzeitpunkte der einzelnen Zylinder nicht exakt 180 Grad (an der Kurbelwelle) auseinander liegen.
Das ist aber auch wiederum einer der Vorteile dieses Timers. Man kann den Zündzeipunkt pro Zylinder durch Verbiegen der Kontaktzungen "einstellen".
Weitere Vorteile sind der angeblich geringe Verschleiß und die Robustheit dieses Timers.Das muss ich erst mal so glauben.

Der Kühler war durch die Lötarbeiten sowieso noch ausgebaut, also kam man an den Timer gut ran. Der Austausch des Timers sollte folglich eine Aktion von max. 15 Minuten sein. Daraus geworden ist, wie so oft, eine Nachmittag füllende Bastelaktion mit einigen Überraschungen.

Beim Einbau des Flapper auf der Kurbelwelle hat sich gezeigt, daß die Welle des Flapper an der Mutter anstößt, mit der das Nochenwellenzahnrad auf der Nockenwelle verschraubt wird. Dadurch konnte sich der Flapper nicht mehr bewegen und der Timer hätte nicht funktioniert.


Mir wurde auch ziemlich schnell klar, warum das so war: Die Nockenwelle hatte ungefähr 3 Millimeter axiales Spiel. Scheibenhonig. Das war ein Problem, das ich auf die Schnelle nicht lösen konnte. Also musste eine Ersatzlösung her, wohl wissend, daß es nur ein vorübergehender Workaround war.
Ich habe also nach einigem Überlegen aus einem 2mm Aludraht einen Kreisring gebogen. Dieser hat genau in den Spalte gepasst und dafür gesorgt, daß der Flapper nicht mehr mit der Spezialmutter auf der Nockenwelle in Berührung kam.


Das hat im Prinzip auch sehr gut funktioniert, allerdings war das nächste Problem nicht weit. Die Bohrung für den Sicherungsstift war dadurch zu klein geworden.
Auch hier half eine ziemlich pragmatische Lösung: Ich habe einfach einen dünnen Nagel so bearbeitet, daß er ins Loch passt. Auch keine Dauerlösung.

Gelaufen ist der Motor mit dem Anderson-Timer richtig gut. Wesentlich gleichmässiger und gefühlt etwas kräftiger. War vielleicht aber auch nur Einbildung. Wie so oft. 

Die dritte Lötaktion am Kühler

Nachdem ich einige Löcher gefunden hatte, habe ich versucht diese zu verschliessen. Gar nicht so einfach.
Am oberen Wasserkasten ging das noch so einigermassen:


Am unteren Wasserkasten war es schon wesentlich schwieriger, weil man einfach nicht ordentlich an die Leckstellen rankommt.


Zusätzlich habe ich noch versucht die losen Seitenbleche des Kühlers wieder anzulöten.
An den oberen Laschen ging es noch ganz gut:


An der linken unteren Lasche funktionierte es so gut wie gar nicht. Ich konnte mit meinen Mitteln den Zwischenraum zwischen den Blechen einfach nicht sauber genug bekommen. Damit hat auch das Lötzinn nicht gehalten und ist abgeperlt.


Ich konnte es nicht verheimlichen: So langsam ging mir  der marode Kühler auf den Geist. Der entwickelte sich zur Dauerbaustelle. Der Reparaturaufwand ist durch den Ein- und Ausbau des Kühlers auch jedesmal enorm. Am Ende hatten die vielen Model T Experten im MTFCA Forum doch recht: Mach nicht lange rum und tausche den Kühler durch einen neuen Kühler aus. Das ist zwar alles andere als preiswert, aber dann ist wenigstens für ein paar Jahre Ruhe an dieser Stelle. So weit war ich aber noch nicht. Ich hatte immer noch die Hoffnung, dass man den Kühler irgendwie dicht kriegt.

Dienstag, 28. Oktober 2014

Überdrucktest für den Kühler

Kaum vom Treffen zurück ging es auch schon wieder ans Reparieren. Nachdem mir bei der Rückfahrt aufgefallen war, daß der Kühler schon wieder irgendwo Wasser verliert, habe ich mir etwas einfallen lassen um die undichten Stellen unter Überdruck sichtbar zu machen. Denn einfach so hat man die undichten Stellen nicht erkennen können.

Die Sache ist theoretisch eigentlich ganz einfach. Man muß zunächst den Kühler so verschliessen, daß man überhaupt einen Überdruck hineinbringt. Anschliessend muss man eine Möglichkeit schaffen Überdruck im Kühler zu erzeugen.
Umgesetzt habe ich es folgendermassen:

1. Einlaß und Auslaß des Kühlers miteinander verbinden:



2. Überlaufrohr verschliessen


3. Wassereinfüllöffnung verschliessen und so umbauen, dass man den ganzen Kühler unter Druck setzen kann.
Ich habe mir überlegt das mit Hilfe eines Ventils aus einem altem Schubkarrenschlauch zu machen, ein Ventil aus einem Fahrradschlauch wäre auch gegangen.



Das Ganze wird dann mit dem Kühlerverschluss verschraubt.


4. Und schliesslich wird mit der Fahrradluftpumpe ein Überdruck im Kühler aufgebaut.


Das ging besser als erwartet. Schon bei einem Überdruck von einem Bar sah man einige undichte Stellen.
Hier ein Wassertropfen an einer bereits gelöteten Stelle am Fuß des Kühlers:

Und überraschenderweise auch zwei undichte Stellen an der Unterseite des oberen Wasserkastens. Die hatte ich vorher definitiv nicht auf dem Schirm.

Also war wieder Löten angesagt.