Donnerstag, 29. Mai 2014

Überarbeiten der Elektrik, Teil 7: Rücklichter verkabeln

Die Verkabelung der Rücklichter hat mir einige graue Haare beschert. Ich wollte die Verkabelung so "unsichtbar" wie möglich machen, kam aber lange Zeit nicht drauf wie ich es machen könnte.

Irgendwann kam mir dann die Idee die Kabel "innen", zwischen der Rückenlehne und der Karosserie zu verlegen. Die Nylonschnüre zum Durchziehen der Kabel habe ich ja zusammen mit Uwe schon vor einiger Zeit eingefädelt. Jetzt mussten die Rücklichter nur noch verkabelt werden.

Die Kabel des neuen Kabelbaumes habe ich dabei von unten durch die Ablage unter der Rücksitzbank geführt. Dort waren links und rechts schon Öffnungen. Die musste ich lediglich etwas vergrößern und zum Schutz eine Gummitülle einfügen.
Zur Orientierung. Im Bild schaut man quasi von der rechten hinteren Tür auf die Ecke Rückenlehne/linke Fahrzeugseite.


Auf dem Bild sieht man gut die rote Schnur, mit der dann das Kabel hinter dem Sitzbezug nach oben gezogen wird.

So sah das Ganze aus, nachdem ich die Kabel für die Rücklichter mit dem Kabelbaum verbunden hatte (Achtung: Das Bild zeigt jetzt die andere Fahrzeugseite):


Von rechts kommt das Ende des Kabelbaums aus dem Boden und nach links unter das Blech verschwindet das Kabel, das zum Rücklicht geht. Der Kabelverbinder wurde später noch festgeschraubt, damit sich kein Gepäckstück darin verheddert und die Verkabelung beschädigt.

Bei den Rücklichtern kommt das Kabel aus dem Loch in der Karosserie wieder heraus, in dem die Halterung befestigt ist, auf der das Dach im geöffneten Zustand aufliegt.


Von dort aus verschwindet es in einem kurzen Bogen direkt im Lampengehäuse.

Der schwierigste Teil ist damit geschafft. Der Anschluss der Lampen ist nur noch eine Kleinigkeit.
Man glaubt es nicht, aber allein mit dem hier gezeigten Verlegen der Kabel und dem Anschliessen der Lampen war ich einen halben Tag beschäftigt.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Überarbeiten der Elektrik, Teil 6: Anschluss des Blinkerschalters

Meinen Blinkerschalter habe ich mir in Amerika mitbestellt, weil es dazu auch einen passenden Kabelsatz gibt und gute Schaltpläne.
Er ist aus einem Truck und sieht auf den ersten Blick etwas brachial aus. Passt eingebaut aber eigentlich ganz gut zum Model T.

Warnung: Die Montage dieses Blinkerschalters sollte man nur in Angriff nehmen, wenn man es nicht eilig hat und sich auch sonst eher in einer ausgeglichenen Gemütslage befindet.
Es ist mechanisch gesehen ein fürchterliches Gefummel dieses Teil korrekt an der Lenksäule zu befestigen. Auch elektrisch gesehen ist es mühsam, weil das Model T auf der Fahrerseite keine Tür hat. Man hängt entweder von der linken Seite her über der Seitenwand und verrenkt sich das Kreuz oder man liegt von der rechten Seite her im Fahrzeug und kommt an manche Sachen nicht ran.

Nachdem ich eine geeignete Stelle für den Blinkerschalter ausgemacht hatte und diesen dann eingebaut hatte, ist mir aufgefallen, daß es irgendwie wenig Sinn macht, die sieben Kabel, die vom Schalter weggehen, unters Armaturenbrett zu führen um diese dort mit dem zugehörigen Kabelbaum zu verbinden. Der Kabelbaum war so lang, dass die Kabel auch direkt bis zum Schalter geführt werden konnten.  


Ich habe mir die Sache dann genauer angesehen und beschlossen den Kabelstrang am Schalter zu entfernen und die Kabel des Kabelbaums direkt am Schalter anzulöten.
Vorteil:  7 anfällige Kabelverbindungen weniger.
Nachteil: Sollte der Schalter mal ausgetauscht werden müssen, dann geht das nur mit dem Lötkolben.

Auf dem Bild sind noch die originalen Kabel angelötet und der Kabelbaum liegt darüber:


Ich habe also die alten Kabel entfernt und die Kabel des Kabelbaumes eingelötet. Auf dem nächsten Bild sind schon die neuen Kabel eingelötet:


Optisch schön sind die Lötstellen nicht unbedingt geworden. Besser habe ich es aber nicht hinbekommen.

Die nachfolgende Bilder zeigen den Blinkerschalter im eingebauten Zustand.


Der Blechstreifen, der den Schalter an der Lenksäule fixiert, wurde von mir auch noch mit Schrumpfschlauch verkleidet. Sieht zwar optisch jetzt besser aus, erschwert aber die Montage erheblich, weil man nun das Blech mitsamt dem Schrumpfschlauf kaum noch unter der Kabelführung für die Hupe durchbekommt.  Ist irgendwie schwierig zu erklären, muss man gesehen haben.


Überarbeiten der Elektrik, Teil 5: Befestigung der Kabelstränge am Rahmen

Warnung: Original-Fetischisten sollten diesen Post besser nicht lesen.

Im Internet habe ich sog. Chassisklemmen gefunden, mit denen man wohl ab den 50er Jahren Kabelbäume an der Karosserie fixieren konnte. Das wolte ich am Rahmen des Model T ausprobieren.

So sehen die Klammern im eingebauten Zustand aus:


Mir haben die Dinger gut gefallen und sie waren bei den Arbeiten an der Elektrik auch Gold wert. Ich möchte gar nicht wissen wie oft ich manche Kabel ein- und wieder ausgebaut habe, bis mir die Verlegung gefallen hat. Die stabilen Klammern haben das mehrmalige Montieren jedenfalls gut überstanden.

Nur dieses grelle metallene Silber passt natürlich nicht zu einem Model T. Schwarz mussten sie werden. Das habe ich dann durch den Überzug mit einem passenden Schrumpfschlauch realisiert:

  

Die Klemme rechts unten im Bild war mein erstes Übungsstück. Da war ich noch zu sparsam mit dem Schrumpfschlauch. Die Klemme links unten sah dann schon besser aus.

Im gesamten Fahrzeug habe ich insgesamt 8 solcher Klemmen eingebaut.

Überarbeiten der Elektrik, Teil 4: Einbau einer Hauptsicherung

Es gibt so einiges, was ein Model T im Gegensatz zu heutigen Autos nie hatte: Benzinpumpe, Ölpumpe, Wasserpumpe, Heizung usw.
Und eine Sicherung für die Elektrik. Die hat es damals auch nicht gegeben.
Zugegeben, die Elektrik in einem originalen Model T ist überschaubar und alles andere als kompliziert. Außer Anlasser, Hupe und Beleuchtung gab es serienmäßig keine Stromverbraucher.
Durch die TÜV Vorschriften kommen heute in der Regel noch eine Warnblinkanlage (und damit Blinker) sowie Bremslichter hinzu. Wenn es die TÜV-Beamten ganz gut meinen muss auch noch ein Tacho mit permanter Beleuchtung eingebaut werden. Kann man alles sehen wie man will, diese Dinge tragen zur eigenen Sicherheit bei, auch wenn sie nicht original sind.

Eine dermassen "aufgebohrte" Elektrik wollte ich dann doch nicht ohne Sicherung betreiben. Schliesslich fliesst durch die 6Volt Anlage der doppelte Strom wie bei einer 12 Volt Anlage.

Von den amerikanischen Ersatzteilenhändlern werden auch Sicherungen für kleines Geld angeboten und ich hab mir eine solche mitbestellt. Im Nachhinein betrachtet hätte ich mir das Geld sparen können. Doch dazu mehr am Schluss dieses Post.

Der Einbau an sich ist keine große Sache. Hat man erst einmal einen geeigneten Platz im Fahrzeug gefunden muss man lediglich die gelbe Hauptleitung durchtrennen und die Sicherung einbauen. Es ist aber alles sehr gut beschrieben, sogar mal mit Bildern. Da ist bei den amerikanischen Anleitungen eher die Ausnahme und macht es manchmal auch schwer, weil man der Feinheiten der amerikanischen Ausdrucksweise nicht ganz mächtig ist.

 So soll das später in etwa aussehen:


Das gelbe Kabel kommt normalerweise direkt von der Batterie oder wie bei mir vom Trennschalter und versorgt Licht und Hupe. Verwendet man einen fertigen Kabelsatz, dann werden Blinker und Bremslicht separat versorgt und abgesichert.

Nachdem das Kabel an einer geeigneten Stelle durchtrennt ist, werden die beiden Gehäusehälften aufgeschoben und die Kabel abisoliert. Hier schadet es nicht, wenn man sich nicht sklavisch an die Anleitung hält, sonst sieht man später etwas von der schwarzen Isolierung hervorspitzen.



Im nächsten Schritt werden die beiden Sicherungshalter aufgelötet.


Jetzt noch die Glassicherung einsetzen.


und die beiden Gummistücke zusammenstecken.



So sieht das dann bei mir im Model T aus:


Links kommt das gelbe Kabel vom Trennschalter und geht über die Sicherung in Richtung Terminal. Wer genau hinschaut erkennt auch was ich anfangs mit der Länge der Abisolierung meinte: Man sieht ein Stück der schwarzen Isolierung. Nachdem es aber sowieso unter dem Auto im Rahmen liegt ist das zu verschmerzen.

Nun noch die Aufklärung, warum ich mir die Sicherung aus USA hätte schenken können: Man bekommt in Deutschland keine passenden Ersatzsicherungen. Die haben bei uns zwar den gleichen Durchmesser, allerdings einen andere Länge. Zumindest habe ich bisher noch nichts passendes gefunden. Ich werde bei Gelegenheit mal auf eine moderne Flachsicherung umrüsten. Die gibt es auch mit schwarzem Gehäuse. :-))

Montag, 26. Mai 2014

Überarbeiten der Elektrik, Teil 3: Verkabelung Zündschloss/Lichtschalter

Vom Zündschloss, Lichtschalter und Amperemeter geht ein eigener kleiner Kabelstrang zum Terminal.
Befestigt werden die Kabel mit kleinen Schräubchen mit Halbrundkopf. Natürlich in Zoll. Austausch gegen neue Schrauben war nicht drin, also habe ich die alten Schrauben aufgearbeitet.

Das hat sich wirklich gelohnt:





Nein, die zwei glänzenden Schrauben sind nicht neu, die sahen vorher alle gleich verrostet aus.

Kleine Anekdote am Rande: Stinkestolz habe ich die glänzenden Schrauben meiner Frau gezeigt. Einziger Kommentar: Bei den Schlitzen musst du aber noch mal ran, die sind noch verrostet. Knirsch.

Der Anschluß der Kabel sieht etwas verwirrend aus, ist aber mit der Hilfe des Schaltplanes von TexasT Parts und dem Kabelbaum mit den korrekten Farben recht einfach.



Ich hätte nur besser vorher daran denken sollen, wie die Schaltereinheit ins Fahrzeug eingebaut wird. Da wo auf dem vorherigen Bild die Kabel nach unten raus laufen ist beim Model T das Armaturenbrett zu Ende und man sieht den Kabelverhau.
Scheibenhonig. Also noch mal alles raus und besser gemacht:



Jetzt kann man die Kabel "unsichtbar" verlegen.

Nicht unerwähnt soll hier die Qualität der nachgebauten Teile bleiben. Die Kabelbäume (Show-Quality) waren samt und sonders sehr gut gemacht und ihr Geld wirklich wert. Bei manchen Kleinigkeiten hat man aber nicht bis zum Ende gedacht oder am falschen Ende gespart. So passte zum Beispiel ein Kabelanschluss nicht, das Auge war einfach zu klein:



War nicht schlimm. Mit dem Dreikantschaber war der Durchmesser im Nu angepasst. Ist aber dennoch ärgerlich, hält auf und muss nicht sein.


Freitag, 23. Mai 2014

Aufbereitung des Batteriehalters

Der Batteriehalter war eines der wenigen ziemlich übel verrosteten Teile auf der Unterseite des Model T. Eigentlich hatte ich vor dieses Teil erst im Winter mit neuer Farbe zu versehen.
Nachdem es mir aber beim Verlegen des Kabelbaumes sowieso im Weg war und ich ständig an dem verrosteten Teil hängen geblieben bin, habe ich den Batteriehalter ausgebaut und erst einmal mit der Flex und einem Drahtbürstenaufsatz von Dreck, Rost und den Resten der Farbe befreit. Innerhalb von nur 15 Minuten war das Teil metallisch blank. Wow.


Wie bei anderen Teilen auch habe ich den Halter dann grundiert und lackiert. Zum Trocknen musste diesmal das Tomatenhaus herhalten:


Später habe ich dann auch noch aus Resten der Terassendielen den "Holzboden" gebaut, auf dem die Batterie steht. Klar sieht das nicht aus wie das Original, das war ein einfaches Brett. Mir gefällt es aber auch so.



Überarbeiten der Elektrik, Teil 2: Terminal austauschen

Die zentrale Stelle im Kabelbaum eines Model T sitzt an der Firewall und wird als Terminal bezeichnet. Das sieht auf den ersten Blick wie eine Lüsterklemmleiste aus. Ist auch so ähnlich, nur mir dem Unterschied, dass das ankommende und das abgehende Kabel nicht mit jeweils einer eigenen Schraube gehalten werden, sondern mit einer gemeinsamen.

Lustig war schon der erste Blick hinter die Kulissen:



Die beiden Schrauben, die man von der Kopfseite her sieht, halten den Terminal an der Firewall. Die beiden Schrauben jeweils rechts daneben verbinden auf der anderen Seite ein paar Kabel miteinander und führen diese hier sofort wieder auf Masse. Ein klassischer Kurzschluss. Die Schrauben waren schlicht zu lang. Da konnte ja auch nichts funktionieren.

Dann kam einer der ganz wenigen Momente bei der ganzen Bastelei am Model T, bei dem ich am Verstand der Konstrukteure gezweifelt habe. An die rechte Schraube, die das Terminal hält, kommt man von hinten nicht dran. Da ist ein Blech davor.
So sieht das von Vorne aus:


Und so von hinten.


Wer die Bohrungen von rechts her abzählt wird merken, daß man von hinten nur 6 Bohrungen sehen kann, das Terminal aber mit einer Schraube in der 8. Bohrung befestigt wird.

Den Bohrungen in der Firewall nach war das aber schon richtig so. Das ließ sich in der Fertigung nur dadurch lösen, daß das Terminal bereits vor der Montage des Fahrzeuges mit der Firewall verschraubt wurde. Dann kam erst der restliche Aufbau dran.

Das ist beim späteren Austausch natürlich Mist und ist das einzig wirklich unlogische, das mir bei der ganzen Restaurierei des Model T untergekommen ist.
Ich wollte nicht die ganze Firewall zerlegen und wusste mir nicht anders zu helfen, als in das Blech ein Loch zu bohren um an den Schraubenkopf zu kommen. Puristen und Henry mögen mir bitte verzeihen. Ein Foto gibt es davon natürlich nicht. Schäm.

Hier sieht man schön das alte und das neue Terminal im Vergleich:


Am alten Terminal hängen (mehr oder weniger) noch die Kabel des alten Kabelbaumes.