Sonntag, 7. Juni 2015

Oldtimertreffen in Kallmünz

Eines der Oldtimer-Highlights in der Nähe von Regensburg ist jedes Jahr am ersten Sonntag im Juni das Treffen im wunderschönen Kallmünz. Bei schönem Wetter kommen da bis zu 500 Traktoren, Autos und Motorräder zwanglos zusammen auf der Festwiese an der Naab. Es ist viel Zeit zum Schauen und Quatschen. Nachmittags ist noch eine kurze Ausfahrt rund um Kallmünz und dann löst es sich so langsam auf.


Ich war früher schon mit meinem alten Roller und meinem Traktor als Teilnehmer dabei und wollte natürlich unbedingt mit meinem Model T dort hin. Die knappen 40 Kilometer Anfahrt liefen problemlos. Allerdings war es in diesem Jahr gute 30 Grad warm und man steht in der prallen Sonne. Dem Model T hat es nichts ausgemacht, aber ich habe sicherheitshalber die Sitzbank mit einer Decke vor der Sonne geschützt. Sonst hätte man sich nicht mehr drauf setzen können.


Leider sind bei solchen Veranstaltungen kaum Vorkriegsoldtimer zu sehen. Diesmal war neben meinem Model T noch ein wunderschön restaurierter Vorkriegs-Opel zu bewundern. Dagegen sieht ein Model T wirklich richtig altbacken aus.


Gegen Ende des Treffens gab es noch eine interessante Begegnung mit Reiner, einem jungen Mann Anfang 20 aus der Nähe von Kelheim. Er hat mich auf das Model T angesprochen und kannte sich auch recht gut aus. Er erzählte mir, daß er auch gerne ein Model T kaufen möchte. Fand ich klasse, und habe ihn auch gleich zu einer Probefahrt eingeladen. Mit an Bord war außer mir, meinem "Standardbeifahrer" Uwe und Reiner auch noch mein Freund Peter aus Nürnberg. Wir haben uns vor fast 30 Jahren auf einer Oldtimer-Veranstaltung in Weissenburg kennengelernt und treffen uns immer wieder mal in Kallmünz oder bei anderen Oldtimerveranstltungen. Einfach klasse.

Nach der Probefahrt habe ich Reiner gleich noch die Adresse von Olaf gegeben, der in der Nähe von Deggendorf wohnt und immer wieder Model Ts zum Verkauf anbietet. Würde mich freuen, wenn Reiner möglichst schnell ein passendes Model T findet, bevor die erste Begeisterung nachlässt.

Samstag, 16. Mai 2015

Neues Fett für den U-Joint

Direkt hinter dem Getriebe ist der sog. U-Joint, also das Kardangelenk. Dieses Teil dreht sich in einer Art Kugelgehäuse, das mit Fett gefüllt wird. Wäre nur schön, wenn das Fett auch dort bleiben würde wo es hin gehört.
Irgendwie wird bei meinem Model T das Fett immer wieder durch Öl, das vom Getriebe her kommt, herausgespült. Also muss hin und wieder Fett nachgefüllt werden. Normalerweise wird das über eine Stauferbuchse mühsam hineingedrückt. Das dauert gefühlt ewig.
Da kam mit die Idee das Fett mit einer Spritze hineinzudrücken. Das ging besser als gedacht und vor allen Dingen richtig flott:


Aber eine gewisse Sauerei ist das Gepansche mit dem Fett irgendwie immer:


Hoffentlich bleibt das Fett wenigstens ein paar Kilometer drin.

Vordere Blinker versetzt

Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es nun her, daß ich die vorderen Blinker unter den vorderen Schutzblechen angebracht habe. Wirklich schön war das nicht, aber die Blinker sind an dieser Stelle auch kaum störend aufgefallen.


Wie sich im Fahrbetrieb herausstellte war der Abstand der Blinker zum Rad doch zu gering. Besonders wenn man zu zweit im Auto saß und noch Gepäck dabei hatte, ging die ganze Karosse doch etwas in die Knie. Dazu kam dann noch die schwere Kiste auf dem linken Running Board mit Werkzeug und Feuerlöscher. In flott gefahrenen Rechtskurven konnte man hin und wieder hören, wie vorne links das Rad mit dem Blinker in Kontakt kam.
Wenn man sich das nachfolgende Foto anschaut, dann offenbar schon desöfteren:


Das war wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis es hier beim Blinken zu einem Kurzschluss gekommen wäre.

Mein Idee war nun, die Blinker vorne auf die Versteifung des Kotflügels zu kleben. Bohren kommt nicht in Frage. Ich bohre in ein über 90 Jahre altes Auto kein Loch, wo keines hingehört.
So in etwa habe ich mir das vorgestellt:


Auch nicht wirklich schön, aber zumindest sollte es dann keinen Kontakt mehr zwischen Reifen und Blinker geben.

Das Problem an der Sache ist nur, dass der Blinker hinten eine gerade Fläche aufweist, die Versteifung am Kotflügel aber in einem Bogen verläuf. Ich hatte Bedenken, daß die Klebefläche nicht ausreichen würde. Das wollte ich zuerst über einen Streifen zurechtbegogenes Plexiglas ausgleichen. Dieses Plexiglas könnte ich an der Rundung vollflächig verkleben und dann vorne flach anschleifen, daß das Blinkergehäuse komplett anliegt.


Die Idee war vielleicht nicht schlecht, aber mir war es letztlich doch zu aufwändig.
Ich habe dann beschlossen es einfach ohne Plexiglas zu versuchen.

Also das doppelseitige Klebeband auf das Blinkergehäuse aufgeklebt und dann mit einer neuen Klinge im Cuttermesser sauber abgeschnitten. Aus lauter Schusseligkeit bin ich mit dem Cuttermesser abgerutscht und natürlich geradewegs rein in den Mittelfinger der rechten Hand mit der neuen Klinge. Verdammt, war das ein tiefer Schnitt. Nachdem es auch erst nicht aufhören wollte zu bluten und ich mir nicht sicher war, ob ich noch irgendetwas anderes im Finger beschädigt hatte, habe ich mich von meiner Frau zum ärztlichen Notdienst ins Nachbardorf fahren lassen.Es war ja schließlich Samstag Vormittag.
Zwei Stunden später war ich wieder zuhause. Der Finger war getapt und die Ärtzin meinte, daß ich erstaunliches Glück hatte und die Sehne, die dort quer zum Schnitt lief, nicht durchtrennt habe. Man muss auch mal Glück haben.


Am Nachmittag habe ich dann den Rest noch fertig gemacht und es hat auch sehr gut geklappt. Die Öffnungen im Blinkergehäuse habe ich mit Silikon zugekleistert. Der Grüne Streifen auf dem Foto ist die Schutzfolie über dem doppelseitigem Klebeband. Mehr klebt da nicht.



Ich bin mal gespannt, wie lange das mit dem doppelseitigem Klebeband hält. Der erste Eindruck ist jedenfalls vielversprechend.


Links und rechts vom Klebeband habe ich dann den Abstand vom Blinkergehäuse zum Kotflügel noch mit etwas schwarzem Silikon aufgefüllt.
Auch von oben sieht es gar nicht so übel aus. Das Blinkerglas steht zwar etwas vor, ist aber immer noch weit hinter der Vorderkante des Rades.






Donnerstag, 7. Mai 2015

Dichtung am u-Joint

Neben dem Fahren mit dem Model T geht natürlich 2015 auch die Schrauberei weiter.
Ein Ärgernis bei vielen Model Ts - und natürlich auch bei meinem - ist der Ölverlust am sog. "4th main", also dem 4 Motor-Hauptlager. Gemeint ist dabei das Lager am Ende des Getriebes.
Da kommt bei mir immer wieder Öl vom Motor durch und schwemmt das Fett aus dem Kardangelenk raus. Sehr unbefriedigend.

Nun habe ich ein bisschen im Model T Forum gestöbert und bin dabei auf eine Sache gestossen, die gerne falsch gemacht wird. Prompt natürlich auch von mir.

Der Fehler besteht darin, daß man es mit dem Abdichten gut meint, und auf beiden Seiten des Lagerflansches Dichtungen anbringt. Durch eine Dichtung nach Hinten verschiebt man aber das Halteblech der Glocke ebenfalls nach hinten und es entsteht ein Spalt.

Damit erreicht man also gerade das Gegenteil dessen, was man mit der Dichtung erreichen wollte. Man schafft sich eine künstliche "Öffnung".

Also habe ich die überflüssige Dichtung wieder entfernt.


Natürlich hatte ich diese Dichtung eingeklebt und sie sitzt auch an einer Stelle, an die man nur schlecht rankommt.
Nach etlichen Flüchen hat es schliesslich geklappt, die Dichtung ist draussen.

Nur damit das klar ist: Die eigentliche Ursache des Problems hat man damit nicht gelöst. Es bleibt die Frage, warum da überhaupt Motoröl so weit kommt und nach dem "4th main" austritt.

Sonntag, 15. März 2015

Fahrt an die Donau

Auch am folgenden Wochenende war das Wetter wunderbar und ich bin eine 50 Kilometer Runde an  der Donau entlang nach Regensburg und wieder zurück gefahren.




Vom Tempo her bin ich meist so um die 50 kmh herum gefahren. Das ist ein sehr schönes und gemütliches Tempo für ein Model T. Da kommt weder für das Model T noch für den Fahrer übermässiger Stress auf.


Wie man auf dem Foto unten sehen kann, war mein Model T nicht der einzige Oldtimer, der unterwegs war. Ein schöner Karmann Ghia kam mir kurz vor Graßlfing entgegen. So eine Begegnung mit anderen Oldtimern kommt erstaunlich selten vor, obwohl es reichlich Oldtimer in Deutschland gibt. Schade eigentlich.



Samstag, 7. März 2015

Erste Ausfahrt 2015

Trotz aller Vorsätze habe ich über den Winter nichts an meinem Model T gemacht. Es ist einfach zu kalt in der Garage und es muss auch mal Pause sein nach den ganzen Anstrengungen des Jahres 2014.
Lediglich die Batterie hing hin und wieder mal am Ladegerät.

Nach einem recht kurzen Winter schien am 7. März 2015 die Sonne und es war auch ausreichend warm um eine erste Spritztour mit dem Model T zu wagen.

War alles in allem nicht spektakulär. Das Auto ist ohne zu mucken angesprungen und die übliche 5 Kilometer lange Standardtestrunde rund ums Dorf verlief ohne Probleme.
Ein guter Start in die neue Saison und ein schönes Gefühl wieder im Model T zu sitzen.



Mittwoch, 31. Dezember 2014

Fazit nach meiner ersten Model T Saison

Meine erste Model T Saison ist nun vorüber. Wenn ich mir die 137 Posts in diesem Blog anschaue, dann war ganz schön viel los.

Die Bilanz fällt überaus positiv aus. Es hat im Großen und Ganzen alles geklappt, was ich mir für 2014 vorgenommen hatte.
  • Ich habe das Model T so weit hergerichtet, daß es auf Anhieb mit der Zulassung hingehauen hat.
  • Die Elektrik und die Zündung sind komplett neu gemacht, Driveshaft, Hinterachse und teilweise Vorderachse sind erfolgreich überholt.
  • In kürzerer Zeit als vermutet habe ich gelernt wie man ein Model T fährt und bedient
  • Die Teilnahme am Haupttreffen war zwar zeitlich leider nicht realisierbar, dafür bin ich aber ohne Probleme auf eigener Achse zum Herbsttreffen am Chiemsee gekommen und wieder zurück. 
  • Ich habe ca 1800 Kilometer zurückgelegt und bin jedes Mal wieder auf eigener Achse nach Hause gekommen
  • Man kann unheimlich vieles am Model T alleine machen und herrichten, auch wenn es natürlich zu zweit lustiger ist
  • Die Ersatzteilbestellung in den USA ist in der Regel problemlos und schnell
  • Die Resonanz der Leute die dir in deinem Model T begegnen ist sehr positiv. Es hupt und drängelt keiner, auch wenn er mit 35 kmh hinter dir einen Berg hochkrabbeln muss
     
Es gibt aber auch ein paar Dinge, die ich so nicht erwartet hätte:
  • Die Zulassung eines solchen Fahrzeuges ist unheimlich von der TÜV Stelle abhängig. Jeder legt auf andere Sachen Wert. Ich dachte immer es gibt hierfür einheitliche Regeln. Diese gibt es definitiv nicht.
  • Die Kosten für die Zulassung inklusive Wertgutachten waren wesentlich höher als erwartet. Wer die Chance hat für 500 Euro Aufpreis sein Model T mit TÜV zu bekommen, der sollte nicht zögern. Billiger wird es auch nicht, wenn man es selber macht.
  • Daß ich viel Zeit und Energie in dieses Hobby stecken würde hatte ich erwartet. Aber ich muß auch ehrlich zugeben, daß der zeitliche Aufwand höher war als gedacht. Gott sei Dank spielte da die Familie mit, es ist so einiges in diesem Jahr in Haus und Garten auf der Strecke geblieben.
  • Ich habe das Gefühl, daß ich noch nicht am Ende der Reparaturmaßnahmen angelangt bin. Auch wenn mein Auto eine sehr gute Substanz aufweist, so ist doch fast hinter jeder Schraube eine Überraschung versteckt. Man hat neben einem über 90 Jahre alten Auto eben auch über 90 Jahre teilweise stümperhafte Reparaturversuche vor sich, die es auszumerzen gilt. 
Alles in Allem bin ich aber sehr zufrieden mit meinem Model T und kann es jedem nur empfehlen, der sich für Oldtimer interessiert. Durch die ausgezeichnete Ersatzteilversorgung ist ein Model T eigentlich ein ideales "Einsteiger-Fahrzeug" in die Vorkriegsklasse und dabei auch preislich gut kalkulierbar. Es gibt unglaublich viel, meist englische Dokumentation über dieses Auto und man traut sich mit der Zeit an Reparaturen heran, die man in seinem ganzen Leben noch nicht gemacht hat. Der Spaß und die Faszination, die von einem Model T ausgehen sind schwer zu beschreiben. Das muß man selbst erleben.

Somit hatten Carl, Rob und Tim in Amerika vollkommen Recht, als sie uns sagten, daß Model Ts "cheap", "reliable", "easy to maintain" und  "a lot of fun" seien.